HVG Germany: Hopfen

Hopfen in der Brauerei Wirtschaftliche Bedeutung Die geschmackliche Bedeutung des Hopfens für Biere ist unbestritten. Doch wie sieht es mit der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Rohstoffes für die Brauerei aus? Sie haben vielleicht schon einmal gehört, dass pro Flasche Bier die Kosten für den Kronenkorken höher sind als die Kostenanteile des Hopfens.

Die durchschnittlichen Kosten, die bei der Produktion und Vermarktung von Bier in Deutschland anfallen, sehen Sie hier. (.pdf, 57kb). Wollen wir es einmal ausrechnen? Gehen wir von einer durchschnittlichen Hopfengabe von etwa 5 Gramm Alphasäure pro Hektoliter aus (je nach Land und Biertyp liegen die Spannen zwischen 2 und 10 Gramm pro Hektoliter). Treffen wir folgende Annahmen in unserer imaginären Brauerei: Alphasäure-Zugabe im Sudhaus: 5 g/hl Alphasäure-Ausbeute im Prozess: 34 % bis zum fertigen Bier als Iso-Alpha Schwand: 6 % Durchschnittliche Hopfungskosten pro kg Alphasäure: 65,00 Euro Flaschengröße: 0,333 Liter Die Hopfungskosten in einem hl Würze = 0,325 Euro/hl Die Hopfungskosten in einem hl Bier = 0,346 Euro/hl Die Hopfungskosten in einer Flasche Bier = 0,00115 Euro/0,333 l Bier oder 0,12 Cent pro Flasche

Wirtschaftlicher Industrievergleich:

Folgende Überschlagsrechnung veranschaulicht die wirtschaftliche Größe der Brauindustrie einerseits und der Hopfenindustrie andererseits: Weltweit werden ungefähr 1.500 Mio. hl Bier hergestellt, mit denen - bei einem Brauerei-Umsatz ab Werk von umgerechnet 100 Euro/hl - ein Umsatz von etwa 150 Mrd. Euro erreicht wird. Auf der weltweit insgesamt etwa 58.000 ha großen Hopfenanbaufläche werden rund 100.000 Tonnen Hopfen geerntet und verarbeitet. Daraus errechnet sich ein Umsatz in der Hopfenindustrie von rund 500 Mio. Euro = 0,33 % des Umsatzes der Brauereiwirtschaft. Zum Vergleich: Die Einnahmen aus der Biersteuer betragen allein in Deutschland rund 790 Mio. Euro. Beide Rechnungen basieren auf groben Annahmen und sollen hier nur den Größenunterschied beider Industrien verdeutlichen.