HVG Germany: Hopfen

Gründe für chemisch modifizierte Produkte

Eine knappe und teure Hopfenversorgung in der Vergangenheit veranlasste einige Brauereien dazu, eine separate alkalische Hopfenbehandlung (Hopfensud) vorzunehmen um dabei die Isomerisierungsrate um ca. 20 % rel. zu erhöhen. Zur Erinnerung: Hopfensorten mit Alphasäuregehalten über 12% werden erst seit Anfang der 90er Jahre in Deutschland angebaut, was eine deutliche Reduzierung des Preises pro Kilo Alphasäure im Hopfenprodukt und damit im Bier mit sich brachte.

Vor-isomerisierte Produkte wurden seit den 60-er Jahren zur Wirkungsgradverbesserung entwickelt. Alle haben eine chemische Umwandlung im Hopfenprodukt (Pellets oder CO2 Extrakt) von Salzen der a-Säuren in Iso-a-Säuren bei hohem pH und unter Hitze gemeinsam.
Um Verluste durch Ausscheidungen zu verringern wurden Produkte für eine spätere Dosage von Iso-a-Säuren „Down Stream“(nach dem Sudhaus) entwickelt. Da diese Umwandlung immer unter Anwendung von Zusatzstoffen stattfindet, sind diese Produkte nicht mit dem Reinheitsgebot vereinbar.

Einteilung chemisch modifizierter Produkte

Unterscheidungsmerkmale nach:

  • Chemismus
    • Isomerisierte Produkte: Isomerisierung von a zu Iso-a durch Zusatzstoffe
    • Reduzierte Iso-Produkte: Chemisch modifizierte Iso-a-Säuren
  • Dosagezeitpunkt
    • Heiße Würze
    • Kalte Würze
    • Vor Filtration
    • Zwischen 2 Filtrationen
    • Nach der Filtration