HVG Germany: Hopfen

Andere Hopfungsmethoden

Wie die normale Hopfung richten sich auch alle anderen Hopfungsmethoden nach dem Ziel, das man erreichen möchte.

Hopfenstopfen oder "Dry Hopping"
Bei dieser Methode wird Hopfen als Blume, Pulver oder Pellets dem bereits vergorenen Bier zudosiert. Entweder geschieht dies im Lagertank oder - wie bei einigen englischen Bieren - im Fass. Hopfengestopfte Biere haben eine deutliche Hopfenblume, die Aromanote erinnert an den frischen Hopfen. Aus mikrobiologischer Sicht ist dieses Verfahren nicht ungefährlich, da das sterile Bier mit einer guten Menge an nicht sterilem Hopfen in Berührung kommt.

Alter Hopfen
Bestimmte Biersorten - wie belgische Lambics - verwenden in ihrer Rezeptur traditionell gealterten Hopfen. Die oxidierten Harze und Öle vermitteln eine veränderte Bitterempfindung, das Aroma ist anders als bei frischem Hopfen. Diese Hopfung ist biersortentypisch und ein wesentlicher Bestandteil der Rezepturen.

Befruchteter Hopfen
Laut EU-Verordnung können nur diejenigen Hopfen als "Hopfen ohne Samen" bezeichnet werden, die einen Gewichtsanteil an Samen von weniger als 2 % aufweisen. Einige englische Hopfensorten sind befruchtet und besamt, was für sie charakteristisch ist. Der mögliche geschmacksnegative Einfluß, der in den Samen enthaltenen Fette und Lipide wird kontrovers diskutiert. Es ist jedoch allgemein akzeptiert, dass Lipide -seien diese aus dem Malz oder aus dem Hopfen - die Bildung von Alterungsverbindungen im Bier beeinflussen und sich negativ auf den Bierschaum auswirken.

Hopfenöle
Um eine verstärkte Hopfenblume zu erreichen, können Ölfraktionen z. B. bei Kochende zugegeben werden. Dies kann in Form eines fraktionierten CO2-Extraktes geschehen oder durch destillierte Hopfenöle. Ziel ist eine ausgeprägte Hopfenblume zu erzeugen, was einer betonten Aromahopfengabe am Ende der Kochzeit entspricht. Es gibt auch "Post-Fermentations"- Hopfenölpräparate, die zum Geschmacks-Fine-Tuning verwendet werden.